Chronik der Chorale Ste Cecile Preizerdaul

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Aus dem Bedürfnis der jungen Pfarrei zur Verschönerung der Gottesdienste entstanden, kann man den Preizerdauler Gesangverein wohl als den ältesten Verein unserer Gemeinde bezeichnen, auch wenn seine Statuten erst Jahrzehnte nach seiner Gründung offiziell niedergelegt wurden. Die Gründung reicht in das Jahr 1832 zurück, gerade in eine Zeit größter politischer Wirren. Belgien zettelte nämlich eine Revolution an, in die den Vorstellungen der belgischen Revolutionäre gemäß auch Luxemburg mit hineingezogen werden sollte. Belgien lehnte sich gegen die Macht des niederländischen Königshauses auf und wollte damals schon seine Eigenständigkeit und seine Unabhängigkeit betonen.

Pfarrer Henri Weber fasste 1830 den Entschluss, einen eigenen Kirchenchor ins Leben zu rufen. Damals war die Pfarrei noch recht jung, hatte sie doch erst im Jahre 1805 ihre Unabhängigkeit erhalten. Diese Gründung wurde durch die belgische Gesetzgebung gefördert, welche die Gründung von Vereinigungen schon recht früh zuließ.

Nach etlichem Bemühen ging der Wunsch des Pfarrers zwei Jahre später in Erfüllung. 1832 wurde die Chorale Ste Cecile Bettborn aus der Taufe gehoben. Erster Präsident und Dirigent wurde für nahezu 40 Jahre Pfarrer Henri Weber selbst. Er stand dem Chor in bei den Eigenschaften von 1832 bis 1871 vor. Anfangs zählte der Chor 18 Mitglieder, ausschließlich Männer. Im Jahre 1851 wurde eine Orgel auf der Empore errichtet; bis dahin wurde der Chor lediglich von Blech-und Holzinstrumenten begleitet. Es war der erst 20 jährige Adam Straus aus Reimberg, der die Orgel unentgeltlich zur Verfügung stellte und als Organist wirkte. Die Orgel besaß anfangs kein Büffet, und es oblag dem Küster, die Orgelpfeifen auf Hochglanz zu halten. Da diese Arbeit sich mit der Zeit als zu mühevoll erwies, wurde im Jahre 1857 ein Buffet für die Orgel gebaut.

Im Jahre 1879 übernahm der Lehrer Nik Manternach den Chor als Präsident und Dirigent. Als er dann im Jahre 1904 seinen Lehrerberuf aufgab, um den Posten des Gemeindeeinnehmers zu bekleiden, übernahm Lehrer Peter Heinisch 1905 die Leitung des Chors.

Während der Adventszeit bekamen die Buben, vor dem Hochamt eine Extra-Gesangstunde, um am Weihnachtsfest auf der Empore das "Puer nobis nascitur" singen zu dürfen. 26 Jahre lang blieb Peter Heinisch an der Spitze des Vereins, bis im Jahre 1931 Léo Quaring die Leitung übernahm.

Der aus Roodt (Redingen) stammende Léo Quaring hatte erst kürzlich den Lehrerposten in Reimberg übernommen und sollte sich neben seinerTätigkeit als Dirigent über die Grenzen des Preizerdaul einen großen Namen machen als Musik- und Gesangslehrer, sowie als Komponist, Autor und Arrangeur. Schon bald hatte er auch einen Kinderchor aufgebaut, spielte Orgel und organisierte zusammen mit seinem Bruder Emil Gesangsabende. Am Weihnachtstag des Jahres 1933 führte der Chor unter seiner Leitung das Weihnachtsoratorium von Fidelis Müller auf, die musikalische Begleitung übernahm das Sextett "La Rose" aus Malines, dessen Dirigent sein Bruder Emil war. Lehrer Quaring verließ im Jahre 1936 unsere Gemeinde nach zwar kurzem, aber fruchtbaren Wirken, um in der Stadt Luxemburg einen Lehrerposten anzunehmen.

Im Jahre 1938 übernahm dann JeanPierre Kemmer den Dirigentenposten. Er hatte in diesem Jahr eine vakante LehrersteIle übernommen, war den Pratzertalern aber zu diesem Zeitpunkt kein Unbekannter mehr, denn bereits 1933 hatte er Lisa Weber aus Platen geheiratet. Der Chor blieb wie in der Vergangenheit ein reiner Männerchor, wurde aber ab Mitte der sechziger Jahre durch einen gemischten Kinderchor, den Pfarrer Martin Schroeder ins Leben gerufen hatte, ergänzt.

Am 8. April 1973 trafen sich 12 Kirchenchöre des Dekanates Ospern in unserer Pfarrkirche zu ihrem ersten Sängertreffen, mit dabei war auch der Bettborner Kinderchor.

Nach 35 Jahren an der Spitze des Chors gab Jean-Pierre Kemmer im Jahre 1975 das Amt an den juugen Lehrer Gust Flammang ab.

Das erste Kapitel dieser Chronik möchten wir aber nicht abschließen, ohne an einen Organisten zu erinnern, der während fast 6 Jahrzehnten den Chor begleitete. Victor Franck aus Platen übernahm im Jahre 1915 das Orgelspiel, er begleitete nicht nur den Kirchenchor, sondern gestaltete auch die Werktagsmessen mit Musik und Gesang, bis ihn Anfang der siebziger Jahre das hohe Alter die Erfüllung der ehrenvollen Aufgabe untersagte.

Im November 1975 erfolgte die bis dahin größte und bedeutungsvollste Umwandlung des Chors: aus dem reinen Männerchor wurde ein gemischter Chor - die Chorale Ste Cecile Preizerdaul. Diese Umstellung verlief reibungslos und eröffnete dem Verein neue musikalische und gesangliche Möglichkeiten.

Am 20. November 1975 traten die alten und die neuen Mitglieder (insgesamt 36 - 19 Frauen und l7 Männer) unter der Leitung von Lehrer Gust. Flammang zu ihrer ersten Probe zusammen. Ihren ersten großen Auftritt hatte der Chor zur Feier ihrer Patronin, der Hl. Caeeilia.

Die gesangliche Qualität steigerte sich zunehmends, und es gelang dem Chor, auch äusserst anspruchsvolle Werke zu interpretieren. Im Jahre 1978 wurde dem Verein die Durchführung des Dekanatssängertreffens anvertraut.

Dank einer gelungenen lntegration der Jugend entwickelte sich eine emsige Lebendigkeit innerhalb des Vereins. Neben der eigentlichen Aufgabe im Rahmen der Liturgie wandte man sich auch dem weltlichen Chorgesang zu, und wer erinnert sich nicht an die Theaterabende die der Gesangverein veranstaltete. So im Jahre 1982, wo man Sketche aufführte, ein Jahr später wagte mau sich schon,"Op der Kiirmes" von Marcel Reuland aufzuführen, 1984 " Besuch um Wudderhaff", 1986 "Den Här Professor ass presseiert - Gudd Noperen", im November 1986 "Gefleckten Teitsehen". Die Regie lag jedes Mal in den Händen des Chorchefs Gust. Flammang.

Zusammen mit dem Tisch-TennisVerein organisierte man über Jahre den traditionellen "Kiirmesbal" in Reimberg, sowie gemeinsame Wanderungen, welche die Vereinsmitglieder bei guter Laune hielten. Bis heute beteiligt man sich am Dorfleben durch das Mitwirken in der Vereinsentente, wo man gelegentlich bei größeren Veranstaltungen, wie dem Tractor Pulling, und früher auch dem Auto-Cross auf der Horas, bei der Verpflegung der Besucher mit Hand anlegt.

Außerdem suchte die Chorale damals, wie übrigens auch heute noch, einmal im Sommer die Ferne und verreiste für einen oder mehrere Tage im Inland oder auch ins Ausland. Die traditionellen Sonntagsausflüge, welche immer in eine schöne Ortschaft unseres Landes führen, verbindet man meistens mit der gesanglichen Gestaltung der Messe in der jeweiligen Pfarrkirche.

Der 21. Oktober 1990 war ein besonderer Freudentag für den Chor, als Domchorregens René Ponchelet, im Beisein von zahlreichen Persönlichkeiten und Gläubigen, die neue Chororgel einweihte.

Es ist dies ein Werk der Orgelmanufaktur Georg Westenfelder aus Lintgen. Die Orgel spielte an dem Tag, der erst vor kruzem verstorbene Domorganist Carlo Hommel.

Nachdem Gust Flammang nach 20 Jahren erfolgreicher Arbeit seinen Posten als Chorleiter zur Verfügung gestellt hatte, verpflichtete man im Jahre 1994 den belgischen Dirigenten Ludo Demeyer aus Arlon. Einen der Höhepunkte unter dem neuen Chorleiter stellte die Beteiligung am "Concert Blanc" am 3l. Mai 1997 in Arlon (B) dar. Es handelte sich um ein Gemeinschaftskonzert, das den 1995 in Belgien verschwundenen und 1996 tot aufgefundenen Mädchen Julie und Melissa gewidmet war. Unter dem Taktstock von Ludo Demeyer wirkten bei diesem Konzert mit: die Chöre von Arlon (B), Bettborn und Redingen, die Musikgesellschaften von Redingen und St. Leger(B).

Ludo Demeyer erlag am 26. Oktober 1998 einem Krebsleiden.

Bis 1999 in der Person von Sylviane Conzen die Nachfolge gesichert war, übernahm der Vereinssekretär Nic Frank die provisorische Leitung.

Sylviane Conzcn blieb ihrerseits nur knappe 3 Jahre, ihr folgte von 2002-2003 Rino Azzolin.

Im Jahre 2003 demissionierte der Organist Nico Steichen, der seit 1973 den Chor an der Orgel begleitet hatte. Im selben Jahr Übernahm Annick Welscher die Leitung und das Orgelspiel hauptsächlich an besondere Festtagen: Ostern, zum Fest der hl. Kommunion, Pfingsten, Nationalfeiertag, Kirchweihfest (ab und zu wird zu diesem Fest ein auswärtiger Chor eingeladen), Journée commemorative, Allerheiligen, Fest der hl. Caeeilia, Fest der hl. Barbara,Weihnachten. Ganz selbstverständlich ist der Chor bei jeder Beerdigungsmesse präsent. Gesangverein ist je der, ob Mann oder Frau, ob jung oder alt, der Freude hat um gemeinsamen Singen.

Die wöchentliche Probe findet jeden Donnerstag um 20.15 Uhr in der Kirche statt.